2026-02-20 immobilientrends immobilienweise

Das Frühjahrsgutachten 2026 der Immobilienweisen, vorgestellt durch den Zentraler Immobilien Ausschuss e. V., sendet ein differenziertes Signal: Der Markt zeigt erste Lebenszeichen. Eine strukturelle Erholung ist jedoch nicht in Sicht.

Die Kernaussage lautet: Der Absturz ist gestoppt – die strukturellen Probleme bleiben.


VOLKSWIRTSCHAFTLICHES UMFELD: SCHWACHES WACHSTUM, HOHE UNSICHERHEIT

Deutschland bewegt sich weiterhin in einem Umfeld niedriger Wachstumsdynamik. Hohe Baukosten, erheblich gestiegene Finanzierungskosten, bei gleichzeitig aktiver Finanzierungsvermeidung bei den Banken, regulatorische Eingriffe und komplexe Genehmigungsprozesse wirken investitionshemmend.

Der Immobilienmarkt reagiert sensibel auf diese Rahmenbedingungen. Bauinvestitionen sind langfristige Kapitalbindungen – sie entstehen nur bei verlässlichen, kalkulierbaren Bedingungen. Genau daran fehlt es aus Sicht der Gutachter weiterhin.


WOHNUNGSBAU: DIE DAUERKRISE IST NICHT BEENDET

Besonders deutlich bleibt die Lage im Wohnungsbau. Auch 2026 wird die Zahl der Fertigstellungen nicht ausreichen, um den strukturellen Bedarf zu decken.

Die Ursachen sind bekannt:

  • hohe Bau- und Grundstückskosten
  • regulatorische Belastungen
  • steuerliche Hemmnisse
  • fehlende Planungsbeschleunigung

Die Angebotslücke bleibt bestehen. Eine nachhaltige Ausweitung des Neubaus ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht realistisch.


INVESTMENTMARKT: ERHOLUNG MIT FILTER

Der gewerbliche Investmentmarkt stabilisiert sich selektiv. Laut den Marktanalysen von bulwiengesa AG kehrt institutionelles Kapital zurück – allerdings nur in qualitativ hochwertige, risikoarme Objekte in stabilen Lagen.

Projektentwicklungen, spekulative Neubauten oder stark regulierte Segmente bleiben unter Druck. Der Markt unterscheidet wieder klar zwischen Qualität und Risiko.


REGULIERUNG UND INVESTITIONSKLIMA

Das Gutachten betont die Notwendigkeit investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen. Gemeint sind:

  • rechtliche Verlässlichkeit
  • Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung
  • steuerliche Impulse
  • regulatorische Zurückhaltung

Ohne strukturelle Reformen wird der Wohnungsbau nicht aus der Krise finden.  Die Deckelung der Mieten schafft kein Angebot.


KERNAUSSAGEN DES FRÜHJAHRSGUTACHTENS 2026

Marktphase: Stabilisierung nach Korrekturphase
Wohnungsbau: weiterhin unter Bedarf
Investmentmarkt: selektive Erholung
Risikofaktoren: Regulierung, Kostenstruktur, Planungsdauer
Erforderlich: strukturelle Reformen statt punktueller Eingriffe


FAZIT VON JO. WOLTER IMMOBILIEN, BRAUNSCHWEIG

Die Immobilienweisen bestätigen, was wir seit Jahren gebetsmühlenartig predigen.

Erhebliche Rechtsunsicherheiten im Mietrecht, eine Finanzierungsklemme wie in Zeiten der Finanzkrise, hohe Baukosten, Enteignungsbestrebungen in der Politik, Mietendeckelung bei gleichzeitiger Inflation, gesetzliche Sanierungszwänge mit nur begrenzter Umlagemöglichkeit, die Beteiligung des Vermieters an den Heizkosten des Mieters über die CO2-Umlage und die aktive Neubau- Ausbau- und Umbauverhinderung seitens der Politik und Bauämter sind Gift für Investitionen in den Immobilienmarkt.

Auch wenn der Immobilienmarkt zeigt 2026 erste Stabilisierungstendenzen zeigt,  eine echte Trendwende setzt strukturelle Reformen voraus. Solange Investitionsbedingungen unsicher bleiben und regulatorische Eingriffe zunehmen, wird sich der Wohnungsbau nicht nachhaltig erholen.

Lebenszeichen ersetzen keine Strategie.


© Jo. Wolter Immobilien, Braunschweig, 20.02.2026