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Die Bundesregierung sendet derzeit zwei völlig gegensätzliche Signale an den Wohnungsmarkt.

Einerseits stellte Bundesbauministerin Verena Hubertz auf dem „Tag der Immobilienwirtschaft“ des ZIA eine Verlängerung der EH-55-Plus-Förderung über den 30. Juni hinaus in Aussicht. Andererseits diskutiert die SPD bereits wieder über regionale Mietendeckel und weitere Eingriffe ins Mietrecht.

Genau diese Widersprüchlichkeit ist aus unserer Sicht eines der größten Probleme des deutschen Wohnungsmarktes.

Erst gestern schrieb Joshua Markovic für Jo. Wolter Immobilien, dass der Markt bereits das Ende des Absturzes als Erfolg feiert. Die aktuelle Debatte um neue Mietendeckel zeigt nun exemplarisch, warum viele Investoren dem deutschen Wohnungsmarkt weiterhin misstrauen. Lesen Sie hierzu:

„WOHNUNGSBAUGENEHMIGUNGEN STEIGEN – DOCH DIE POLITIK BLEIBT DAS GRÖSSTE RISIKO FÜR DEN WOHNUNGSBAU“.


FÖRDERUNG SOLL DEN NEUBAU STABILISIEREN

Die EH-55-Förderung gilt derzeit als einer der wenigen verbliebenen Impulse für den Wohnungsbau. Gefördert werden baureife Projekte über zinsverbilligte KfW-Kredite mit bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit.

Von ursprünglich 800 Mio. Euro Fördervolumen sollen aktuell noch rund 485 Mio. Euro verfügbar sein. Nach Angaben des Bundes wurden bislang etwa 27.800 Wohnungen gefördert.

Die Verlängerung dürfte kurzfristig vielen Projektentwicklern helfen. Denn zahlreiche Neubauprojekte rechnen sich inzwischen nur noch:

  • mit Fördermitteln,
  • steuerlichen Vorteilen
  • oder deutlich vergünstigten Finanzierungen.

OHNE VERTRAUEN HILFT AUCH FÖRDERUNG NUR BEGRENZT

Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem.

­­­­­­­­­­Während die Bundesregierung versucht, den Wohnungsbau über Förderungen wieder anzuschieben, startet gleichzeitig erneut eine Debatte über Mietendeckel und weitere Regulierungsmöglichkeiten.

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf brachte Gespräche mit der Union über regionale Mietendeckel und Länderöffnungsklauseln im Mietrecht ins Spiel.

Für potentielle Investoren ist das ein fatales Signal.

Denn Förderungen verbessern zwar kurzfristig die Finanzierung. Mietendeckel betreffen dagegen die langfristige Wirtschaftlichkeit eines Projekts – also genau die Grundlage jeder Investitionsentscheidung.


BERLIN WIRKT BIS HEUTE NACH

Die Diskussion erinnert viele Marktteilnehmer unmittelbar an den Berliner Mietendeckel.

Dessen wirtschaftliche und psychologische Folgen wirken bis heute nach. Zahlreiche Investoren und Projektentwickler wurden dadurch extrem sensibel bei politischen Eingriffen in den Wohnungsmarkt.

Denn Wohnungsbau funktioniert nur mit langfristiger Planungssicherheit.

Wer heute Millionenbeträge investiert, kalkuliert über Zeiträume von 20 bis 30 Jahren. Wenn gleichzeitig immer neue regulatorische Eingriffe diskutiert werden, entsteht genau das Gegenteil von Vertrauen.

ODER ANDERS FORMULIERT:

Mit der rechten Hand streicheln – mit der linken Hand verunsichern und demotivieren.

DIE POLITIK SCHEINT DAS KERNPROBLEM NICHT ZU VERSTEHEN

Erst gestern wurde vielerorts über steigende Baugenehmigungen gejubelt. Dabei liegen die Zahlen weiterhin deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf.

Deutschland braucht nach Einschätzung vieler Experten weiterhin mehrere hunderttausend zusätzliche Wohnungen. Gleichzeitig kämpfen Bauträger und Investoren mit:

  • steigenden Baukosten,
  • langen Genehmigungsverfahren,
  • ESG-Vorgaben,
  • energetischen Anforderungen,
  • unsicheren Förderkulissen
  • und immer neuen politischen Diskussionen.

Das eigentliche Problem ist deshalb längst nicht mehr nur der Zins, es ist fehlende Verlässlichkeit.


FAZIT VON JO. WOLTER IMMOBILIEN, BRAUNSCHWEIG

Die Verlängerung der EH-55-Förderung ist kurzfristig ein positives Signal für den Wohnungsbau.

Doch solange parallel erneut über Mietendeckel und weitere Eingriffe diskutiert wird, bleibt die Verunsicherung am Markt bestehen.

Deutschland braucht mehr Wohnungsbau – nicht mehr politische Widersprüche.


© Jo. Wolter Immobilien GmbH, Autor: Maic Wolter