Leider ist es alles noch nebulös, was die Regierung plant, um Familien zu helfen, Immobilieneigentum zu erwerben.

Neue Fördermittel für Immobilien oder Programme für den Wohnungsneubau wird es nicht vor dem Frühjahr geben, das Wohneigentumsprogramm für Schwellenhaushalte nicht vor Juni.

Die Bundesregierung erarbeitet allerdings derzeit professionell und mit dem gewohnten Hochdruck gut durchdachte Details für beide Förderzweige.

Der “klimafreundliche Neubau” für Private wird mit 1 Mrd. Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds gefördert.

ZINSVERGÜNSTIGTE IMMOBILIENDARLEHEN FÜR FAMILIEN

Start soll “im 1. Halbjahr 2023” sein, kündigte Annett Jura, Abteilungsleiterin im Bauministerium, am gestern (28.11.20022) auf einer Veranstaltung des Deutschen Verbandes an.

Familien mit einem Kind und 60.000 Euro Jahreseinkommen sollen zinsvergünstigte Darlehen erhalten. Ziel seien Zinssätze, die “zwei Prozentpunkte unter dem marktüblichen Bauzins zu liegen, um es attraktiv zu machen”, so Jura.

So genau weiß man zwar noch nichts, aber sicher werden nur Vorhaben gefördert, die den gesetzlichen Baustandard unterschreiten (!!!), so Frau Jura. Und dieser Standard liegt ab 2023 auf bei EH 55.

DIESE PRESSEMITTEILUNG IST BRUTAL UND EXISTENZBEDROHEND FÜR DIE BAUTRÄGER

Ankündigungen wie diese sind natürlich Gift für bestehende Projekte. Während der Vorlaufzeit herrscht Unsicherheit. Diese Unsicherheit verstärkt die gegenwärtige Kaufzurückhaltung. Sie erstickt die Nachfrage vermutlich in Richtung Null.

Bauträger werden vermutlich bis zum offiziellen Termin kaum Immobilien absetzen können.

Sofern die Regierung dieses Programm denn auch wirklich erfolgreich (ohne wenn und aber) und zum geplanten Zeitpunkt auflegt. Und falls nicht, dann sind die Bauträger nicht insolvent, sie haben nur kein Geld mehr und können die Kredite nicht mehr bedienen.

NEUBAUTÄTIGKEIT ERFOLGREICH ABGEWÜRGT

Unüberlegte Ankündigungen wie diese sind zudem auch toxisch für neue Projekte.

Hier schafft die Regierung wieder einmal das Gegenteil von dem, was sie eigentlich will – sie verhindert die Schaffung von Wohnraum.

Bauträger werden in dieser langen Phase der Ungewissheit jedenfalls keine neuen Projekte auflegen, sondern ihrerseits vertagen.

Und wieder zeigt sich, wie wenig man in den Ministerien von dem versteht, was man tut – und was die Folgen gut gemeinter, aber schlecht gemachter Ankündigungen sind.

BESTANDSIMMOBILIEN WERDEN (ZUM GLÜCK) NICHT GEFÖRDERT

Zum Thema Bestandserwerb verwies die Abteilungsleiterin Annett Jura aus dem Bundesbauministerium auf die Förderung für energetische Sanierungen aus dem Wirtschaftsministerium. Mehr sei nicht geplant.

Das bedeutet, der Staat mischt sich erstmal nicht ein. DANKE!

Käufer und Verkäufer von Bestandsimmobilien können also verlässlich kalkulieren. In so unsicheren Zeiten ist das viel wert!

 

© Maic U. Wolter – Jo. Wolter Immobilien – www.wolter.de

Bild von Mohamed Hassan auf Pixabay