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WARUM STAATLICHE MIETDECKEL LANGFRISTIG ZUM SUBSTANZVERFALL FÜHREN

Die Bundesregierung plant weitere Eingriffe in das Mietrecht. Ein Gesetzentwurf aus dem Haus der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Stefanie Hubig sieht unter anderem einen Deckel für Indexmieten, eine strikte Begrenzung von Möblierungszuschlägen sowie massive Einschränkungen bei Kurzzeitmietverträgen vor. Die Maßnahmen sollen in sogenannten „angespannten Wohnungsmärkten“ gelten – und greifen teilweise sogar in bestehende Mietverhältnisse ein.

Die politische Zielsetzung ist bekannt: Mietsteigerungen begrenzen, Wohnraum „bezahlbar“ halten, soziale Härten vermeiden. Doch die Geschichte zeigt, dass genau dieser Ansatz langfristig regelmäßig das Gegenteil bewirkt.


HISTORISCHE LEHRE: WOHNUNGSPOLITIK IN DER DDR

Ein besonders lehrreiches Beispiel liefert die Wohnungspolitik der DDR. Dort galt Wohnen ausdrücklich nicht als Marktgut, sondern als staatlich zu verwaltendes soziales Grundrecht. Wohnungsmieten wurden politisch festgelegt, teilweise über Jahrzehnte nicht angepasst und bewusst deutlich unterhalb der tatsächlichen Kosten gehalten.

Die durchschnittlichen Mieten lagen extrem niedrig, Kündigungen waren praktisch ausgeschlossen, private Vermietung wurde stark reglementiert. Der Staat trat als Hauptakteur auf – sowohl als Regulierer als auch faktisch als Vermieter.


DIE LANGFRISTIGEN FOLGEN: VERFALL STATT VERBESSERUNG

Was kurzfristig soziale Sicherheit versprach, führte langfristig zu massiven strukturellen Schäden:

  • Chronische Unterfinanzierung der Instandhaltung der Immobilien
    Die politisch festgesetzten Mieten reichten weder für laufende Reparaturen noch für Sanierungen. Gebäude wurden „auf Verschleiß“ genutzt.
  • Investitionsstau in den Immobilien über Jahrzehnte
    Private Investitionen in den Wohnungsbestand waren wirtschaftlich unattraktiv oder unmöglich. Neubau von Immobilien fand nahezu ausschließlich in staatlich gelenkten und ineffizienten Programmen statt.
  • Systematischer Substanzverfall
    Ganze Altbauquartiere verfielen sichtbar. Viele Immobilien waren Ende der 1980er-Jahre nur noch eingeschränkt bewohnbar oder akut einsturzgefährdet.
  • Sanierungsbedarf nach der Wiedervereinigung
    Nach 1990 wurde offensichtlich, dass der niedrige Mietpreis mit enormen Folgekosten erkauft worden war. Milliardenbeträge waren nötig, um den Wohnungsbestand überhaupt wieder nutzbar zu machen.

PARALLELEN ZUR HEUTIGEN DEBATTE

Der Vergleich bedeutet nicht, dass die heutigen sozialistischen Eingriffe in den Mietmarkt und die Vertragsautomie bei der Immobilienvermietung eins zu eins mit der DDR gleichzusetzen sind. Er zeigt jedoch (wie zum Beispiel auch in Kuba) ein strukturelles Grundmuster:

Wenn Mietpreise dauerhaft politisch von Kosten, Risiken und Investitionsanreizen entkoppelt werden, ziehen sich Investoren zurück.

Die Folgen treten nicht sofort ein. Sie sind schleichend:

  • weniger Neubau,
  • geringere Modernisierungsbereitschaft,
  • zunehmender Sanierungsstau,
  • langfristige Angebotsverknappung.

Genau das sehen wir derzeit!

Besonders problematisch ist der geplante Eingriff in bestehende Indexmietverträge von Mietwohnungen. Damit wird ein zentrales Prinzip der Marktwirtschaft infrage gestellt:

Die Verlässlichkeit einmal geschlossener Verträge.

Für Kapital, das langfristig im Wohnungsbau gebunden werden soll, ist das ein fatales Signal.


FAZIT VON JO. WOLTER IMMOBILIEN, BRAUNSCHWEIG

Die Geschichte der DDR zeigt eindrücklich, wohin eine dauerhaft politisierte Wohnungspolitik führt: nicht zu besserem Wohnen, sondern zu Substanzverlust und Verknappung.

Mietendeckel und Vertragsbeschränkungen mögen kurzfristig entlasten, sie zerstören jedoch langfristig die Grundlagen für Investitionen und Neubau.

Gewinner sind bestehende Immobilienhalter, Verlierer ist der Wohnungsmarkt insgesamt – und am Ende vor allem das Mieterklientel.

09.02.2026 Jo. Wolter Immobilien, Braunschweig

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